Auf Nummer Sicher: Die Schornsteinabdeckung
Die Schornsteinabdeckung ist in unseren Breiten noch nicht allzu verbreitet. Dies könnte vor allem einen Grund haben: Hausbesitzer und -bewohner sind über diese sinnvolle Zusatzeinrichtung noch zu wenig informiert. In anderen Ländern kommen diese Schutzeinrichtungen wesentlich öfter zum Einsatz. Sei es aus optischen Gründen, aus Handwerkstradition oder wegen spezieller Anforderungen durch Witterung und Klima.
Dabei bieten Schornsteinabdeckungen eine Fülle von Vorteilen. Neben optischen Gründen – eine solche Schornsteinabdeckung kann eine echte Zierde sein – spielen hauptsächlich und der Schutz der Bausubstanz eine wesentliche Rolle. Ein Kamin sollte eigentlich bei entsprechender Wartung und Pflege eine Lebensdauer erreichen, die der des gesamten Bauwerks entspricht.
Zu den hauptsächlichen Vorteile einer Schornsteinabdeckung zählt:
- optische Verbesserung, Dekoration, Zierde
- Verbesserung der Abluftführung durch Unterbindung von Fallwinden im Schornstein
- Verbesserung der Effektivität der Heizanlage durch Optimierung der Abgaswege
- Schutz des Kamins vor Versottung durch Vermeidung eintretender Kälte
- Schutz des Kamins vor weiteren Witterungseinflüssen wie Regen und Schnee
Eine optimierte Abgasführung steigert den Wirkungsgrad einer Heizanlage deutlich. Bremsen Fallwinde die Abluft, so kann die Heizanlage nicht ihre volle Effektivität entwickeln. Gerade ältere Bauwerke weisen oft einen zu großen Querschnitt der Kamine auf. Früher wurde oft einfach gebaut - die Öffnung des Schornsteins war so bemessen, dass die Abluft einen sicheren Weg nach außen fand. Heute wird anders dimensioniert und besonders auch die Art und Leistungsfähigkeit der Heizanlage einkalkuliert.
Probleme in der Abluftführung werden verschärft, wenn eine modernere, leistungsfähigere Heizanlage eingebaut wird. Diese produzieren zum einen weniger Abluft und zudem ist die Abluft auch nicht mehr so heiß. Oft ist es sogar wünschenswert, den Querschnitt des Kamins durch ein eingezogenes Rohrsystem zu verringern. Schnelle Abhilfe kann jedoch schon eine geeignete Schornsteinabdeckung bringen, die den Strom der Abluft von bremsenden Windeinflüssen schützt.
Die größte Gefahr für die Substanz eines Schornsteins besteht in der so genannten Versottung. Sie kann einen Schornstein massiv ruinieren - und somit eine teure Sanierung erforderlich machen.
Was genau passiert bei der Versottung? Ursache ist die Kondensation der Abgase im Kamin. Dazu kann es kommen, wenn die Abluft auf dem Weg von der Feuerstätte durch den Schornstein abgekühlt wird. Die Abgase von Feuerstätten enthalten Wasser in Form von Wasserdampf. Kühlen die Abgase zu stark ab, geht der gasförmige Wasserdampf in flüssiges Wasser über.
Durch diese Kondensation werden die Mantelsteine des Kamins von den im Abgas enthaltenen Substanzen Wasser, Teer und Schwefel durchdrungen. Es entstehen braune Flecken, begleitet von einem unangenehmen Geruch. Die frei gewordene Schwefelsäure wirkt auf den Zement und die carbonathaltigen Zuschlagstoffe ein. Unter anderem wird dabei der im Zement enthaltene Kalk zu Gips umgewandelt. Der Gips treibt - er zersprengt die Baumasse und zerstört damit die Konstruktion.
Die Gefahr einer solchen Versottung besteht besonders auch beim Einbau moderner Heizanlagen zu einem bereits bestehenden Abluftsystem. Modernen Heizkessel nutzen die erzeugte Verbrennungswärme deutlich besser als ihre Vorgänger. Dabei wird auch darauf geachtet, dass die Verbrennungsgase mit deutlich niedrigeren Temperaturen in den Schornstein gelangen, denn die erzeugte Wärme soll ja voll genutzt werden. Umso wichtiger ist es, durch geeignete bauliche Maßnahmen möglichen Schäden entgegenzuwirken.
Verschärft werden kann die Abkühlung der Abgastemperatur durch äußere Witterungseinflüsse wie Regen, Schnee und Wind. Auch davor bietet eine Schornsteinabdeckung den nötigen Schutz.
Bei der Planung einer Schornsteinabdeckung sollte in jedem Fall ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Zum einen hängt die Wahl der Abdeckungsart ab von der Arbeitsweise der Abluftanlage. Je nachdem, ob sie nach dem Gegenstrom- oder dem Gleichstromprinzip funktioniert, ob die zur Verbrennung nötige Luft aus dem Heizraum hinzugezogen wird oder – wie bei manchen Anlagen – ebenfalls durch den Schornstein zugeführt wird.
Schornsteinhauben sind – je nach Region und Hersteller – unter vielerlei Bezeichnungen im Handel: Es gibt Kamindächer, Napoleonhüte, Donauwellen und andere Wortschöpfungen. Auch sind Schornsteinabdeckungen in den unterschiedlichsten Materialien erhältlich, so unter anderem aus Edelstahl, Kupfer, Ziegel oder Beton. Wichtig ist, dass die Materialien wetterbeständig und somit langlebig sind. Dabei hängt die Größe der eingesetzten Abdeckung natürlich vom der Öffnung des Kamins ab.


